Kirsch- & Blü­ten­feste

Kirsch- & Blü­ten­feste

Als die Natio­nal­so­zia­listen in Deutschland die Macht über­nahmen, benö­tigten Sie als Gegenpool zu den christ­lichen Festen Alter­na­tiven. Eine solche Alter­native zu den Kirch­weih­festen war zum Bei­spiel das Ern­te­dankfest. Hier gäbe es noch eine Reihe von wei­teren neuen Festen (z.B. Jugend­weihe ect.) zu erwähnen.

​Das führte dazu, dass man in Bad Salzig, dem Ort am Mit­tel­rhein, wo die meisten Kir­schen angebaut und geerntet wurden, als Ern­te­dankfest ein Kir­schenfest mit Fest­umzug ein­führte. In den 30-Jahren sicherlich ein Unter­fangen, dem die Bad Sal­ziger freudig zustimmten. Siehe Bilder von ver­schie­denen Fest­um­zügen aus den 30er Jahren.

Da sich nach dem ver­hee­renden Welt­krieg jedoch alles gewandelt hatte und die Bad Sal­ziger Kir­schen­an­bauer diesem Brot­erwerb nur noch als Neben­er­werbs­an­bauer nach­gehen konnten, war für ein Fest innerhalb der Kir­schen­ernte mit dem Aufwand eines Fest­um­zuges nicht mehr zu denken. (Es fand nach dem Krieg nur noch ein Kir­schenfest statt).

Die Ver­ant­wort­lichen ent­schlossen sich daher, dieses von der näheren und wei­teren Umgebung ange­nommene Fest umzu­funk­tio­nieren und ein Kirsch­blü­tenfest daraus zu machen. War doch gerade Bad Salzig wie kein anderer Ort am Rhein und Mosel in der Kirsch­blüte ein­ge­bettet in ein wahres Blü­tenmeer, das jahr­jährlich 1000de begeis­terte Natur­lieb­haber nach Bad Salzig brachte. Auch war es viel ein­facher, die Vor­be­rei­tungen schon im Winter vor dem jewei­ligen Fest anlaufen zu lassen. Z.B,. das Anfer­tigen von 10.000den künst­lichen Kirsch­blüten, die dann vor dem Fest an Motiv­wagen ver­ar­beitet wurden. Auch die Anfer­tigung von Kleidern für die Fuß­gruppen konnte schon jeweils im Winter in Angriff genommen werden. Wurden doch dut­zende Papier­kleider (Krepp­papier) für die ver­schie­densten Fuß­gruppen ange­fertigt.

An vielen Abenden wurde bereits in der Vor­weih­nachtszeit in vielen Bad Sal­ziger Familien, die ihrer­seits wieder von Freunden und Bekannten unter­stützt wurden, aus dem Material, dass der VVV Bad Salzig zur Ver­fügung stellte, Blüten gefertigt, diese dann zu je 10 gebündelt, und in großen Kartons gesammelt. Diese Blüten wurden nach Anfor­derung und erbrachter Eigen­leistung an die jewei­ligen Wagen­bauer ent­spre­chend der Wagen­größe und der benö­tigten Blüten wieder im April (Zeit des Wagenbaus) zur Ver­fügung gestellt.

[Recher­chiert von Anton Kahl]

1960 – Motto „ ? „

Blü­ten­kö­nigin: Helga Litsch, geb. Tesch
Zere­mo­ni­en­meister: Georg Bock

Blü­tenfest am 01. Mai 1960
Letztes Blü­tenfest

1959 – Motto „Kin­der­spiele im Frühling“

Blü­ten­kö­nigin: Christel Stahl, geb. Neier
Zere­mo­ni­en­meister: Walter Stahl
Blü­tenfest am 02. und 03. Mai 1959

1958 – Motto „Einzug des Früh­lings“

Blü­ten­kö­nigin: Marlies Menger, geb. Köster
Zere­mo­ni­en­meister: Anton Kahl

Blü­tenfest am 04. Mai 1958
Erstmals wird der Blü­ten­kö­nigin ein Zere­mo­ni­en­meister zur Seite gestellt. Dessen Kostüm wurde von Schnei­der­meister Adolf Busch in Boppard ange­fertigt. In dem bunten Fest­umzug am 04. Mai 1958 wurden erstmals nicht nur Kirsch­blüten mit­ge­führt. Der Wagen der Blü­ten­kö­nigin war eine auf­ge­hende rote Rose mit Rosen­gir­landen. Gebaut vom Jahrgang 1938.

1957 – Motto „Die bil­denden und musi­schen Künste“

Blü­ten­kö­nigin: Christa Betz, geb. Messer

Blü­tenfest am 05. Mai 1957

1956 – Motto „Die vier Jah­res­zeiten im Zeichen der Blüte“

Blü­ten­kö­nigin: Christa Geis, geb. Scheer

Blü­tenfest am 06. Mai 1956

1955 – Motto „Zauber des Früh­lings am Rhein“

Blü­ten­kö­nigin: Inge Pluta, geb. Klein

Blü­tenfest am 07. Mai 1955
Beson­derheit: Erster Auf­tritt des Fan­fa­ren­zuges in römi­schen Kos­tümen mit Streit­wagen. Die Kostüme waren aus dem Thea­ter­fundus Mainz. Der Streit­wagen wurde im Haus Link (heute „Weißer Bock“) vom Fan­fa­renzug gebaut. Im „Weißen Bock“ befindet sich heute ein großes Bild der Blü­ten­kö­nigin Inge Pluta.

1954 – Motto „Motive aus Ope­retten im Zeichen der Baum­blüte“

Blü­ten­kö­nigin Irene Koser geb. Link

Blü­tenfest am 02. Mai 1954
Beson­derheit: Zweite Wer­be­fahrt mit geschmückten Wagen und Blü­ten­kö­nigin. Mit­tel­punkt des Fest­zuges: Die Blü­ten­kö­nigin und die „Loreley“.

1953 – Motto „Deutsche Rhein- und Volks­lieder im Zeichen der Blüte“

Blü­ten­kö­nigin: Katharina Meyer, geb. Rätz

Blü­tenfest am 19. April 1953
Beson­derheit: Erste Wer­be­fahrt der Blü­ten­kö­nigin u.a. nach Koblenz und Bingen mit geschmücktem Wagen.

1952 – Motto „Märchen im Zeichen der Blüte“

Blü­ten­kö­nigin: Anny Frie­senhahn, geb. Gras

Blü­tenfest am 27. April 1952

1951 – Motto „Von der Blüte bis zur Reife“

Blü­ten­kö­nigin: Marianne Busch, geb. Kessler

Blü­tenfest am 15. April 1951

1950 – Motto „Es zogen drei Bur­schen wohl über den Rhein“

Blü­ten­kö­nigin: Johanna Karbach, geb. Minning

Blü­tenfest am 10. April 1950